Ich erinnere mich noch genau: Als Kind saß ich stundenlang am Boden, vertieft in ein Puzzle. Am liebsten die mit vielen kleinen Teilen, mit geheimnisvollen Motiven – Burgen, Landschaften, verwinkelte Gassen. Es war wie eine kleine Reise: Ich tauchte ein in ein Bild, das ich noch nicht sehen konnte, das aber da war. Irgendwo, in 1000 Einzelteilen verborgen.
Das Puzzeln hat mich damals beruhigt. Es war meine Art, Ordnung zu schaffen. Ein Anfang, ein Weiterkommen, ein Aushalten der Lücken – bis irgendwann das große Ganze sichtbar wurde.
Heute, viele Jahre später, merke ich, wie nah dieses Hobby an dem liegt, was ich mit DuBleibst begleite: den Umgang mit Verlust, mit Erinnerungen – und dem Wunsch, etwas zu bewahren.
Trauer fühlt sich oft an wie ein Puzzle, das plötzlich auf den Boden gefallen ist. Nichts scheint mehr zusammenzupassen. Die Welt wirkt zersplittert.
Und doch: Wenn wir uns Zeit nehmen, hinsehen, vorsichtig sortieren, dann erkennen wir erste Konturen. Vielleicht nur Ecken oder Ränder – aber sie geben Halt.
Bei DuBleibst geht es genau darum: einen geschützten Raum zu schaffen, in dem Erinnerungsstücke ihren Platz finden dürfen. In dem Chaos sich langsam ordnen darf. In dem sichtbar werden kann, was bleibt.
Meine Liebe zum Puzzeln hat sich dabei gewandelt – sie ist nicht mehr nur mein persönliches Hobby, sondern auch ein Teil meines beruflichen Wegs geworden. Ich bringe diese Haltung – des Sortierens, Strukturierens und Mitgestaltens – in meine Arbeit mit ein.
DuBleibst unterstützt Angehörige dabei, nach einem Verlust wieder Struktur, Ordnung und Klarheit zu finden.
Indem Erinnerungsstücke nicht einfach irgendwo verstaut werden, sondern mit Bedacht aufbewahrt.
Indem gemeinsam entschieden wird, was wichtig ist.
Und indem aus vielen einzelnen Fragmenten ein neuer Zusammenhang entsteht – sichtbar, sicher und tröstlich.
Wie beim Puzzeln braucht es Geduld, manchmal Unterstützung, manchmal auch den Mut, Teile beiseitezulegen und später wieder aufzunehmen. Es ist kein Wettlauf – sondern ein stiller Prozess des Werdens.
Ich glaube fest daran, dass wir alle solche inneren Bilder in uns tragen – aus Liebe, aus gemeinsam verbrachten Momenten, aus Geschichten.
Und wenn wir sie bewahren wollen, dann dürfen wir sie anschauen, anordnen, zu etwas Eigenem zusammensetzen.
Nicht perfekt. Aber echt.
DuBleibst ist für mich wie ein großes Puzzle: Jede Erinnerung, jedes Teil, jede Geschichte trägt zu einem Bild bei, das nicht verloren geht.
Und ich bin dankbar, dabei unterstützen zu dürfen.
Manchmal liegt alles durcheinander – du musst die Teile nicht allein sortieren.
Deine Jana



